Ortsgemeinde
Maseltrangen

Maseltrangen -Ortsgemeinde

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Interviews


Erinnerung ans Holzen vor 40 Jahren



Familie: Vinzenz Jud heiratete im Jahr 1948 Trudi geb. Stucki

Kinder:  5 Kinder (davon 2x Zwillinge), 13 Enkelkinder und 7 Urenkel

Beruf:    Landwirt, 20 Jahre verantwortlich für den Ortsgemeinde Wald

Hobby:  begeisterter Schütze, Freude an der Alpenwelt von hier bis ins GL

Liebslingsessen: jeden Tag Ribel zum Zmorge und er schätzt einen feinen Fänz

Lieblingsgetränk: Süessmost, Wasser und jeden Mittag ein Glas Rotwein

 

Vinzenz Jud schildert einen kleinen Einblick in die Welt des Holzens zu Beginn der 70er Jahre.

 

"Zur Ortsgemeinde in den Rat kam ich 1968. Die Arbeit im Wald gefiel mir gut und der Taglohn von Fr. 25 bedeutete einen zusätzliches Auskommen zur Landwirtschaft. Bevor ich in den Rat gewählt wurde, kamen die zu rodenden Flächen vor eine Gant. Der Käufer war danach selbst für das Fällen und den Abtransport der Bäume zuständig. Dies änderte sich jedoch mit der Gründung der Forstgemeinschaft und dem neuen Förster Walter Thoma. Die Ortsgemeinde arbeitete von nun an auf eigene Rechnung und verkaufte die Stämme an Holzhändler oder privat. Das Buchenholz aus dem Gasterwald kaufte uns gerne die Bürstenfabrik Ebnat-Kappel ab.

In den Bergwaldungen wurden die Stämme bei günstigem Wetter "greischtet". Seilgeräte gab es noch keine und so wurden die Stämme mit Hilfe eines Zappi (Holzfuhrhaken) ins Tal befördert.  Es musste kalt, eisig und wenn möglich Schnee als Unterlage haben. An solchen Tagen hörte man in Dorf reihum die Stämme ins Tal donnern. Das war immer sehr eindrücklich. Für diese Aktion benötigten wir 7-8 Personen. Die Arbeiter waren auf der Talstrecke verteilt und halfen den Stämmen nach, wenn diese in die falsche Richtung schliderten. Das "Reischten" konnte für die Waldarbeiter gefährlich werden. Zuoberst stand derjenige mit dem Kommando. Auf den Befehl "heb auf" mussten aller Hände ruhn und auf den nächsten Befehl warten, zur Sicherheit. Grosse Unfälle blieben zum Glück während aus.

Die Stämme in den tiefer gelegenen Wäldern wie Brunnerholz, Gasterwald und Sittewald wurden mittels Pferde, manchmal auch Ochsen, auf die Wege gezogen bzw. geschleikt.

Zu meinen Aufgaben gehörte auch das jährliche Organisieren der Christbäume für die Einwohner und Bürger von Maseltrangen. Bereits unter dem Jahr hielt man Ausschau nach schönen Tannli. Die schönsten Bäumchen waren immer die selbst gewachsenen. Diesen Tannli fehlte es an nichts. Im November, wenn die Tannli geschnitten wurden, lag oft Schnee. Das Schneiden der Tannli war dann eine kalte und nasse Arbeit. Meine Weihnachten begann erst richtig, wenn alle bestellten Tannli bei ihren Besitzern waren.

Ja, es gäbe noch viel zu erzählen. Heute hat das Holz leider nicht mehr den gleichen Wert wie vor 40 Jahren. Am teuersten bezahlt für Holz wurde in den Kriegsjahren. Die Jungwuchspflege lag mir immer besonders am Herzen. Im Waldgebiet Recht (ob Alp Unterschössli) und in der Steinegg Roos setzte ich sehr viele Tannen. Es erfüllt einen mit Freud und Stolz, zu sehen, wie gross und schön Baum in diesen paar Jahren seit dem Setzen geworden ist. Mit dem Setzen ist es nicht getan. Die Spitze des Bäumchen braucht immer Sonne, sonst geht es ein. Darum ist das Ausmähen die wichtigste Voraussetzung für gutes Gedeihen.  

Mein Lieblingsplatz in Maseltrangen ist das Schlössli Büchel im Gasterholz. Wenn an dem Namen etwas dran ist, muss es ja ein schönes Plätzli sein. "


15 Jahre Älpler Kurt Hugentobler in Maseltrangen



Wolltest du schon als kleiner Junge auf die Alp?

Ja, seit ich ein kleiner Junge war wollte ich schon auf die Alpen, ein Kindheitstraum.

Seit wievielen Jahren verbringst du die wärmste Jahreszeit auf einer Alp?

In den 80er Jahren war ich in Krinau auf einer Alp und später in den 90er Jahren im Weisstannental. Seit 1995 walte ich in Maseltrangen und ich würde gerne noch weitere Jahre hier als Älpler verbringen. Es gefällt mir hier, ich wurde immer gut behandelt und geschätzt.

Was gefällt dir an deiner Arbeit und an der Maseltranger Alp?

Hier habe ich meine zweite Heimat gefunden. Die reine Luft, die fantastische Aussicht und der schön gelegene Ort haben es mir angetan. Ausserdem liebe ich die Tiere und umgekehrt. Das wichtigste im Umgang mit den Rindern ist, ihnen ohne Stecken zu begegnen, den Tieren Salz bringen und bei jeder Gelegenheit mit ihnen zu reden, dann lernen sie die Stimme kennen und fassen Vertrauen.

Welches ist für dich der schönste Ort in Maseltrangen?

Spontan gesagt ist dies die Obere Steinegg, hier sehe ich alles auch ohne Feldstecher.

Welcher Alpsommer blieb dir speziell in Erinnerung?

Im Jahr 2006 mussten wir 1 Woche im Stall füttern, da eine Kälteperiode hereingebrochen war.

Welche Ereignisse mit den Rindern waren aussergewöhnlich?

Im letzten Jahr musste die Rega eine Kuh aus einer Sumpfstelle holen. Sie konnte sich nicht mehr alleine befreien. Dann habe ich bis jetzt 4 Tiere verloren, durch Blitzschläge und das Stolpern in ein Wasserloch. Sie alle sind mir in Erinnerung.

Was wünscht du dir für die Ortsgemeinde Maseltrangen?

Es freut mich wenn die Ortsgemeinde zur Natur weiterhin Sorge trägt und es in ferner Zukunft Älpler gibt welche die Tiere und die Weiden mit Freude und Interesse hegen und pflegen. Wenn die Rinder "eingestallnet" werden gibt es Mist und die Verteilung dessen führt zu satten schönen Alpweiden.

Nun noch eine Frage zu deinem Bart, wie lange trägst du diesen schon?

Eigentlich seit immer und das sind 39 Jahre, meine Frau hat mich bereits mit Bart geheiratet.

Anmerkung der Red.: Seit 15 Jahren wirkt Kurt Hugentobler auf der Maseltranger Alp und er erklärte Maseltrangen zu seiner zweiten Heimat. Das beeindruckt mich. Wie schön, wenn ein Mensch dies gegenüber einem Fleckchen Erde und seinen Bewohnern empfindet!


"Auf ein Wort" bei Sepp Schmuki-Steiner



Wohnort: Nätzlisbach, 8723 Maseltrangen 

verheiratet mit:  Maria

Beruf: Landwirt / Rentner

Traumberuf: das war und ist Landwirt

Hobbys: Jagd

Lieblingsessen: Ribel

Lieblingsgetränk: Milch

Lieblingsberg: Chüemettler (Speer, wenn er vom Nätzlisbach aus gesehen würde)

wichtige Lektüre: Tageszeitung Südostschweiz

Lieblingstiere: das Veh und das Wild

 

Lieblingsort in Maseltrangen?

Nätzlisbach, hier bin ich aufgewachsen

Was bedeutet dir Heimat?

Das bedeutet für mich sehr viel, ich könnte mir nicht vorstellen an einem anderen Ort zu wohnen. Vor einigen Jahren war ich in Schweden zu Besuch, die Natur war sehr schön, aber die Berge haben mir stark gefehlt.

Warst du gerne Ortsgemeindepräsident?

Während 16 Jahren präsidierte ich die Ortsgemeinde, es gab nebst Sonnen- auch Schattenseiten. Im Grossen und Ganzen war es jedoch eine gute Zeit.

Was war für dich das schönste Erlebnis in dieser Zeit?

Am besten gefielen mir immer die Alpbegehungen. Nach der Besichtung der Alp liessen wir den Tag in der Rossalp mit einem Jass ausklingen.

Gab es in deiner Familie schon einmal Ratsmitglieder in der Ortsgemeinde?

Mein Grossvater war auch schon Ratsmitglied, ich habe ihn jedoch nicht mehr gekannt. Zu meiner Zeit im Rat waren wir vier Räte, deren Grossväter bereits im Rat wirkten.  Die landwirtschaftlichen Interessen verbinden sich mit der Ratsarbeit, es bleibt zu hoffen, dass sich dies in den Maseltranger Familien wieder auf die nächste Generation überträgt.  

Was wünscht du dir für die Zukunft der Ortsgemeinde und des Dorfes Maseltrangen?

Schön wäre es, wenn die Ortsgemeinde Maseltrangen noch lange weiterbestehen würde. Es ist dies vorallem eine finanzielle Frage, solange die Finanzen stimmen, bleibt die Ortsgemeinde unabhängig. Im Dorf Maseltrangen bewundere ich immer das schöne Ortsbild. So ein schmuckes Dorf sucht seinesgleichen in der Umgebung. Alle Häuser im Dörfli sind umsorgt und gepflegt.

 

Anmerkung der Redaktion: Nätzlisbach ist zweifelsohne ein wunderschöner Ort, die Aussicht ist grandios, ich bin begeistert... sandra brand


Nachgefragt bei Beat Jud-Keller



Wohnort: Matt 1549, 8723 Maseltrangen 

Beruf: Landwirt

Familie: Ehefrau Elfrieda und die Kinder Manuela, Sandra, Simon und Rolf mit Enkel Julian

Hobbys: velofahren, club99

Lieblingsessen: Netzbraten

Lieblingsgetränk: Süessmost und Bier

zuletzt gelesenes Buch: Maseltranger Geschichtsbuch

wichtige Lektüre: St. Galler Bauer

Lieblingskuh: s Blondie

 

Lieblingsort in Maseltrangen?

Mühlacher

 

Werbeslogan für das Dorf?

In Maseltrangen ist Natur und vorallem wohltuende Ruhe noch zu finden... 

 

Was ist die wichtigste Aufgabe der Ortsgemeinde Maseltrangen?

die eigenständige Erhaltung der Alpen und des schönen Waldes

 

Was wünsche ich der Ortsgemeinde für die Zukunft?

Die Ortsgemeinde möge fortbestehen und es finden sich immer genügend einsatzfreudige Räte und Arbeiter für das Gemeindewerk. In der heutigen Zeit ist dies ein wesentlicher Faktor für das Fortbestehen einer Ortsgemeinde.

 

Gab es früher etwas, das sich gegenüber heute verändert hat?

Früher konnten die Kühe ohne Hektik und ohne grossen Verkehr durchs Dorf auf die Weide getrieben werden...